Erklärung des Organisationskomitees für die Wiederherstellung der IV. Internationale (OK)
In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar hat die US-Luftwaffe Venezuela bombardiert. Trump verkündet, den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seine Frau entführt zu haben.
Das Organisationskomitee für die Wiederherstellung der IV. Internationale (OK) verurteilt diese imperialistische Aggression gegen eine souveräne Nation, die nur die Fortsetzung des Einsatzes
einer US-Flotte vor der Küste Venezuelas seit September 2025 ist, die Bombardierung venezolanischer und kolumbianischer Schiffe in der Karibik und den Befehl der Trump-Regierung an die CIA, »geheime Operationen« auf venezolanischem Territorium durchzuführen.
Das OK fordert die Einstellung der Bombardierungen und die Freilassung von Nicolas Maduro und seinen Anhängern. Es weist die Vorwände, mit denen Trump dies zu rechtfertigen versucht, mit Verachtung zurück. Es ist offensichtlich, dass weder der »Krieg gegen die Drogen« noch der »Kampf für die Demokratie« die Motive von Trumps Regierung sind.
Die Hauptmotivation der Trump-Regierung – dieselbe, die auch hinter dem Krieg in der Ukraine, dem Völkermord in Gaza, dem Plünderungskrieg in der Demokratischen Republik Kongo, dem Handelskrieg gegen alle Länder, insbesondere China, und dem Krieg gegen die demokratischen und sozialen Rechte der Arbeiter/innen in den USA steht – ist es, mit allen Mitteln die Diktatur des Finanzkapitals der Wall Street durchzusetzen.
Was Venezuela betrifft, so wurde die Hauptmotivation am 5. November von seiner Protegée, der venezolanischen »Kriegsnobelpreisträgerin« Maria Machado, vor dem American Business Forum in Miami (Florida) dargelegt: „Wir werden Venezuela für ausländische Investitionen öffnen. (…) Nicht nur in den Bereichen Öl und Gas (…), sondern auch im Bergbau, im Goldsektor, in der Infrastruktur, in der Elektrizitätswirtschaft (…). Wir werden für die Sicherheit ausländischer Investoren sorgen und ein umfangreiches und transparentes Privatisierungsprogramm auflegen, das nur auf Sie wartet!“
Der Völkermord in Gaza war eine Warnung an die Völker der ganzen Welt. Die Entführung Maduros ist eine Warnung an alle Politiker, die sich nicht den Forderungen des US-Imperialismus beugen.
Es gibt noch einen weiteren Grund, den die Arbeiter/innen kennen sollten. So wie die europäischen NATO-Regierungen seit Monaten mit der »Bedrohung von außen« operieren, um einen breiten Konsens für die Militarisierung zu erreichen, braucht Trump den Krieg. Verstrickt in den Epstein-Skandal und angesichts einer Politik, die zu einem Einbruch des Lebensstandards der Arbeiter/innen führt, braucht Trump die nationale Einheit um sich herum. Seit Monaten genießt er bereits die Unterstützung der Demokratischen Partei, deren Führer – einschließlich der meisten Führer ihres »linken Flügels« – seine Kriegseskalation gedeckt haben.
Weder in den USA noch anderswo auf der Welt haben die Arbeiter und ihre Organisationen das geringste Interesse daran, diesen imperialistischen Raubkrieg gegen Venezuela zu unterstützen. Denn er wird nur den »inneren Krieg« der kapitalistischen Regierungen gegen die Arbeiterklasse und gegen die demokratischen Freiheiten verstärken.
Die Lösung wird weder von den kapitalistischen Regierungen noch von der UNO kommen, die vor einem Monat Trumps schändlichen »Friedensplan« für Gaza legitimiert hat. Die Lösung wird von der Mobilisierung der Arbeiter und Völker der Welt kommen, die sich solidarisch mit dem venezolanischen Volk zeigen.
Unabhängig davon, wie man zur Maduro-Regierung steht, ist eine möglichst breite Einheit notwendig, um ein Ende der imperialistischen Intervention, den Abzug der US-Truppen, die Freilassung von Maduro und seiner Frau, die Ablehnung jeglicher Bodenintervention und die Ablehnung der Plünderung der Ressourcen, die dem venezolanischen Volk gehören, durchzusetzen.
Für die Kämpfer für die Wiederherstellung der IV. Internationale bestätigt dieser neue Schritt in Richtung eines allgemeinen imperialistischen Krieges die Aktualität der Worte Lenins: „Falls der Sozialismus nicht siegt, kann der Friede zwischen den kapitalistischen Staaten nur als Waffenstillstand, als Unterbrechung, als Vorbereitung zu neuem Völkermord gelten. Friede und Brot sind der Arbeiter und Ausgebeuteten Grundforderungen … Friede und Brot, Sturz der Bourgeoisie, revolutionäre Mittel zur Heilung der Wunden, die der Krieg geschlagen hat, vollkommener Sieg des Sozialismus, dem allem gilt der Kampf!“ (14. Dezember 1917).
Die dem OK angeschlossenen Organisationen werden an allen Kundgebungen der Einheit teilnehmen, die von Arbeiter- und demokratischen Organisationen unter folgenden Parolen organisiert werden:
- Sofortige Beendigung der imperialistischen Aggression Trumps gegen Venezuela!
- Rückzug der US-Truppen, Stopp der Bombardierungen!
- Befreiung von Nicolas Maduro und seiner Frau!
- Von Gaza bis Venezuela, von der Ukraine bis zur Demokratischen Republik Kongo: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Ausbeutung, nieder mit dem Imperialismus!
3. Januar 2026